Die Heizperiode hat begonnen und fast jede Heizung läuft wieder auf Hochtouren. Während noch vor ein paar Jahren die Heizkörper sorgenlos aufgedreht wurden, schleicht sich heutzutage beim Heizen nicht selten der Gedanke an den Geldbeutel ein. Doch es gibt einige Tipps und Tricks, mit denen du diesen Winter spürbar sparen kannst.
Die Tage sind kürzer, die Nächte länger und kälter. Der Winter steht vor der Tür und bringt, wie in den letzten Jahren, hohe Kosten mit sich. Wer sich bereits über die Preise für Plätzchenzutaten und Weihnachtsgeschenke gewundert hat, wird bei der Heizkostenabrechnung definitiv die Stirn runzeln. Dabei fällt auf: Viele Menschen nutzen ihre Heizung unbewusst ineffizient. Mit nur wenigen Anpassungen im Heizverhalten kannst du bares Geld sparen und musst dabei keineswegs frieren. Im Gegenteil, der Raum wirkt oft sogar wärmer und behaglicher. Hier findest du praktische Tipps, wie du deinen Geldbeutel schonst, ohne auf Komfort verzichten zu müssen.
Stufe Fünf ist kein Turboheizen
Viele Menschen glauben noch immer, dass die Heizung schneller warm wird, wenn man sie direkt von null auf Stufe fünf aufdreht. Doch das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Die Zahlen auf dem Thermostat stehen nicht für die Geschwindigkeit, mit der sich die Wärme im Raum verteilt, sondern lediglich für die Zieltemperatur, die der Heizkörper erreichen soll.
Wenn du die Heizung auf Stufe fünf stellst, bedeutet das nicht, dass der Raum schneller warm wird. Stattdessen heizt der Heizkörper einfach länger und stärker, bis die maximale Temperatur erreicht ist, unabhängig davon, wie kalt es vorher im Raum war. Das führt oft dazu, dass Räume überheizt werden, weil man vergisst, die Einstellung rechtzeitig zurückzudrehen. Die Folgen sind unnötig hoher Energieverbrauch und steigende Heizkosten.
Exkurs: Die Zahlen und Symbole auf der Heizung
Die Zahlen auf dem Temperaturregler deiner Heizung stehen nicht für die Heizgeschwindigkeit, sondern für die gewünschte Raumtemperatur. Das Thermostat überschreitet diesen Wert nicht, es hält ihn konstant. Die kleinen Striche zwischen den Ziffern entsprechen meist einem Temperaturanstieg von 1° Celsius. Zusätzlich findest du auf dem Regler hilfreiche Symbole.![]()
| Zahl / Symbol | Temperatur | Bedeutung |
|---|---|---|
| Stern / Schneeflocke | Frostschutzeinstellung | Niedrigste Temperatureinstellung. Verhindert, dass die Rohre bei niedrigen Außentemperaturen einfrieren. |
| Stufe 1 | ca. 12° C | Ideal für wenig genutzte Bereiche wie den Windfang oder das Treppenhaus. |
| Halbmond | Nachtabsenkung bei 14 - 16° C | Muss oft nicht manuell eingestellt werden. Spart Energie während der Nacht. |
| Stufe 2 | ca. 16° C | Gut geeignet für das Schlafzimmer. |
| Stufe 3 / Sonne | ca. 20° C | Standardtemperatur für Wohnbereiche wie das Wohn- und Esszimmer |
| Stufe 4 | ca. 24° C | Ideal geeignet für das Badezimmer. |
| Stufe 5 | ca. 28° C | Wird in Wohnhäusern normalerweise nicht benötigt. |
Nachts die Heizung angeschaltet lassen
Bekanntlich schläft man in kühleren Räumen besser. Aus diesem Grund und um zusätzlich Energie zu sparen, wird die Heizung nachts oft komplett abgedreht. Dadurch kühlt der Raum stark aus und benötigt am Morgen mehr Energie, um wieder auf Wohlfühltemperatur zu kommen. Die Heizung arbeitet dabei nur bis zur eingestellten Temperatur und hält diese anschließend konstant.
Das bedeutet, dass ein Raum, der über Nacht nicht vollständig auskühlt, weniger Heizleistung braucht, um wieder angenehm warm zu werden. Die Nachtabsenkung, erkennbar am Mond-Symbol auf dem Thermostat, sollte daher etwa eine halbe bis eine Stunde vor dem Schlafengehen eingeschaltet werden. Der Raum bleibt kühl genug zum Schlafen, kann aber am Morgen schneller und kostengünstiger wieder aufgeheizt werden.
Für den leeren Raum heizen
Ähnlich verhält es sich, wenn du dein Zuhause verlässt. Dabei macht es keinen Unterschied, ob du in den Winterurlaub fährst oder zur Arbeit gehst. Viele sind es gewohnt, die Heizung komplett auszuschalten, sobald niemand mehr im Haus ist. Sinnvoller ist es jedoch, die Heizung auf Nachtabsenkung zu stellen. So kühlt der Raum nicht vollständig aus und benötigt bei deiner Rückkehr weniger Energie, um wieder angenehm warm zu werden.
Zudem solltest du bedenken, dass bei sehr niedrigen Außentemperaturen die Gefahr besteht, dass die Wasserleitungen einfrieren. Das kann zur Ausdehnung führen und im schlimmsten Fall einen Rohrbruch verursachen. Zusätzlich sind unbeheizte Räume schneller anfällig für Schimmelbildung. Deshalb lohnt es sich, die Heizung im Winter durchgehend auf niedriger Stufe laufen zu lassen. Dadurch sparst du langfristig mehr, als wenn du sie komplett ausschaltest.
Heizung aus und Fenster auf
Viele versuchen, es im Winter zu vermeiden, doch regelmäßiges Lüften im Haus ist unerlässlich. Häufig wird dabei geschummelt, indem die Heizung angelassen wird, währenddessen das Fenster stundenlang in Kippstellung geöffnet ist. Das ist weder energieeffizient noch eine sinnvolle Methode, um die Luft auszutauschen.
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Besser ist es, zweimal täglich stoßzulüften und dabei die Heizung kurzzeitig auszuschalten. Besonders effektiv ist das Querlüften, also das Öffnen gegenüberliegender Fenster, damit die Luft durchziehen kann. Zwar wird es für einen Moment kalt, doch der Raum erwärmt sich danach deutlich schneller als bei dauerhaft gekipptem Fenster.
Lasse Fenster über Nacht oder bei Abwesenheit geschlossen. Auch Türen im Haus sollten nicht offen stehen, da sich sonst warme und kalte Luft zwischen den Räumen vermischt. Zusätzlich empfiehlt es sich, Rollläden bei Nacht oder während deiner Abwesenheit zu schließen. Das spart Energie und hält die Wärme besser im Haus.
Alles wird dichtgemacht
Wenn deine Türen und Fenster zwar geschlossen sind, es im Raum aber trotzdem nicht richtig warm wird, liegt das oft an mangelnder Abdichtung. Dieses Problem tritt häufig in älteren Häusern auf, kann aber auch bei Neubauten vorkommen. Besonders dann, wenn keine hochwertigen Baustoffe verwendet wurden.
Zum Glück kannst du hier schnell selbst Abhilfe schaffen. Für undichte Fenster gibt es im Baumarkt selbstklebendes Isolierband, das Du einfach in die Fugen des Fensterrahmens klebst. Dringt weiterhin Kälte ein, liegt das möglicherweise am Rollladenkasten. Dieser lässt sich mit einer speziellen Dämmmatte effektiv abdichten.
Auch Türen kannst du problemlos isolieren. Zum Beispiel mit Zugluftstoppern, Gummidichtstreifen, Schaumstoff-Doppeldichtungen oder Bürstendichtungen. Ist dein Zuhause erst einmal frei von Zugluft, benötigt deine Heizung deutlich weniger Energie, um die Räume angenehm warmzuhalten.
Staub, Sofas und Nischen blockieren die Wärme
Ein weiterer Weg, um Heizkosten zu sparen, beginnt mit einem Blick auf den Heizkörper selbst. Schau dir seine Position genau an. Was fällt dir auf? Ist deine Heizung schon etwas älter und von einer Staubschicht bedeckt? Das könnte der Grund sein, warum sie mehr arbeiten muss, als eigentlich nötig. Schon eine dünne Staubschicht kann die Wärmeabgabe deutlich verringern. Es empfiehlt sich daher, den Heizkörper zweimal im Jahr, vor und nach der Heizperiode, gründlich zu reinigen.
Doch nicht nur Staub kann die Heizleistung beeinträchtigen. Auch lange Gardinen oder Möbelstücke wie Sofas, die direkt vor der Heizung stehen, blockieren die Wärmeabgabe. Statt den Raum zu erwärmen, staut sich die Hitze dahinter. Ein Abstand von etwa dreißig Zentimetern reicht aus, um die Wärme ungehindert zirkulieren zu lassen.
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Befindet sich dein Heizkörper in einer Wandnische, wie es oft in Altbauten der Fall ist, kann dort eine sogenannte Wärmebrücke entstehen. In diesem Fall lohnt es sich, die Wand nachträglich zu dämmen, um Energieverluste zu vermeiden.
Regelmäßige Wartung ist notwendig
Wenn dein Heizkörper unregelmäßig warm wird oder gluckernde Geräusche von sich gibt, ist es Zeit, ihn zu entlüften. Das ist kein Hexenwerk und kann problemlos von Laien durchgeführt werden. Dazu öffnest Du das Lüftungsventil der abgekühlten und ausgeschalteten Heizung mit einem Entlüftungsschlüssel. Sobald Wasser austritt, ist die überschüssige Luft entwichen. Jetzt kannst Du das Ventil wieder schließen.
Eine Heizung mit Luft im System oder technischen Defekten verbraucht deutlich mehr Energie. Deshalb ist es wichtig, alle Heizkörper im Haus sowie die gesamte Heizungsanlage regelmäßig warten zu lassen. Idealerweise vor Beginn der Heizperiode, also im August oder September.
Zusätzlich empfiehlt es sich, alle fünf bis zehn Jahre einen hydraulischen Abgleich durchführen zu lassen. Dieser sorgt dafür, dass die richtige Menge Heizwasser zur richtigen Zeit am richtigen Ort ankommt und kann bis zu fünfzehn Prozent Energie einsparen. Ist deine Heizpumpe älter als zehn Jahre? Dann ist es ratsam, sie auszutauschen, denn ältere Modelle verbrauchen meist unnötig viel Strom.
Stromsparhelfer kaufen
Wenn du beim Energiesparen ganz genau sein möchtest, lohnt sich die Anschaffung eines programmierbaren Thermostats für deine Heizanlage. Damit kannst du die Raumtemperatur auf das Grad genau kontrollieren und die Einstellungen deiner Heizkörper optimal anpassen. Entscheidest du dich für ein smartes System, lässt sich dieses sogar bequem per Smartphone steuern. So kannst du bei Abwesenheiten deine Heizung von überall aus anschalten und die Temperatur regulieren.
Wovon du jedoch unbedingt die Finger lassen solltest, sind Heizlüfter. Auch wenn sie in der Anschaffung günstig erscheinen, verursachen sie im Betrieb hohe Stromkosten. Zudem erwärmen sie den Raum nicht gleichmäßig, sondern blasen lediglich heiße Luft in eine Richtung, die schnell wieder abkühlt. Bereiche, die der Luftstrom nicht erreicht, bleiben spürbar kühler.
Ein weiterer Tipp zum Energiesparen ist das Verwenden von Sparduschköpfen oder Durchflussbegrenzern. So reduzierst du den Warmwasserverbrauch und das ganz ohne Komfortverlust.
Notfallmaßnahmen
Wenn alle Stricke reißen und du die Heizung nicht höher als die Nachtabsenkung stellen möchtest, kannst du es dir zuhause trotzdem gemütlich machen. Schnapp dir eine kuschelige Wolldecke und zieh dir warme Socken an, gerne auch in mehreren Schichten! Unsere Füße sind entscheidend dafür, wie wir Temperatur wahrnehmen. Sind sie kalt, frieren wir automatisch.
Besonders wohlig wird es mit einer oder zwei Wärmflaschen. Liegt man mit ihnen unter der Decke, fällt die kühlere Raumtemperatur kaum noch auf. Reicht das noch nicht aus, helfen heiße Getränke und scharfe Speisen dabei, den Körper von innen zu wärmen.
Auch Teppiche beeinflussen das Wärmeempfinden im Raum positiv. Solange du keine Fußbodenheizung hast, eignen sie sich hervorragend, um den Raum optisch wärmer wirken zu lassen und die Füße vor Kälte zu schützen. Bevor du dich jedoch zuhause in Zwiebellook und Decke einhüllst, lohnt es sich, einen Blick auf Alternativen zu werfen. Vielleicht gibt es Öl- oder Gasanbieter mit günstigeren Tarifen als dein aktueller.
Welche Vorteile dir unser ICON-Hauskonzept bietet, kannst du hier lesen.